Milicjakrimi

Die Bezeichnung Milicjakrimi ist eine Wortkombination, die sich aus zwei Bezugspunkten zusammensetzt. Der zweite Begriff, d.h. "Krimi" bezeichnet das Genre im Allgemeinen. Der Begriff "Milicja" hat einen historischen und genrespezifischen Hintergrund. Der historische Hintergrund geht auf die Bezeichnung der Ordnungshüter zur Zeit der Volksrepublik Polen (1945 - 1989) zurück. In der Zeit des Sozialismus in Polen entstand die Gattung des Milicjaromans (powieść milicyjna), die die  Polizisten und ihren Alltag im sozialistischen Polen thematisierte. 

 

Der österreichische Polonist Markus Schnabel hält die polnische Genrevariante des Milicjakrimis für singulär. Der Philologe begründet seine These mit den deutlich weniger ausgeprägten sozialistischen und ideologischen Elementen des polnischen Milicjaromans im Gegensatz zu den anderen sozialistischen Staaten im Ostblock.

 

Während der Milicjaroman in den 1970er - 1980er Jahren mit Jerzy Edigey (1912-1983) und Zenon Zeydler-Zborowski (1911 - 2000) und  Maciej Słomczyński (1922 - 1998), unter dem Pseudonym Kazimierz Kwaśniewski, seinen Höhepunkt erreichte, war das Genre bis in die 2010er Jahre kaum präsent. Seitdem entdeckt und interpretiert der beliebte Posener Ryszard Cwirlej die Gattung mit großem Erfolg neu.